Kirgisisches Nationales Nachrichtenagentur
Nazgul Nurmanbetova
Die Neujahrsferien sind angebrochen. Während einige noch über das Packen ihrer Koffer nachdenken, lebt der Markt bereits im Rausch: Flugzeuge füllen sich Wochen im Voraus, beliebte Resorts geraten in Stopplisten, und die Preise reagieren sofort auf die Nachfrage. Einige Ziele werden unerwartet zu Hits der Saison, andere verlieren ihren früheren Reiz. Darüber, wohin kirgisische Reisende heute fliegen, warum Vietnam an der Spitze der Beliebtheit steht, ob der Budgeturlaub verschwunden ist und welche Trends die Tourismuskarte 2026 prägen, sprachen wir mit Talant Ozokeev, Gründer eines großen Reiseunternehmens.
– Wenn man den Markt insgesamt betrachtet, sind die Neujahrsferien dieses Jahres Wachstum oder Stagnation?
– Insgesamt kann man sagen, dass die Nachfrage auf dem Niveau des Vorjahres geblieben ist. Es gibt keinen scharfen Anstieg, aber die Struktur der Nachfrage hat sich merklich verändert. Der Hauptunterschied ist Vietnam. Diese Richtung, insbesondere die Insel Phu Quoc, ist in diesem Jahr der unumstrittene Führer geworden. Es gibt drei Flüge pro Woche von Bischkek, und sie sind alle voll ausgelastet.
Das Problem liegt jetzt nicht einmal bei den Flügen, sondern bei der Unterkunft. In den Hotels gibt es praktisch keine freien Zimmer, und der Mangel an Zimmerkapazitäten ist der Hauptbegrenzungsfaktor geworden.
– Also ist Vietnam heute der absolute Favorit?
– Ja, wenn wir vom Neujahrszeitraum sprechen, nimmt Phu Quoc selbstbewusst den ersten Platz ein. Als Nächstes kommt Ägypten – eine stabile und verständliche Richtung für viele Touristen. Auf dem dritten Platz liegt Dubai, obwohl die Nachfrage hier bereits niedriger ist als im Vorjahr.
– Welche Richtungen verlieren hingegen an Boden?
– Zunächst Dubai. In diesem Jahr fliegt nur eine Fluggesellschaft dorthin, was sich sofort auf die Nachfrage ausgewirkt hat. Auch das Interesse an Thailand hat im Vergleich zum Vorjahr merklich nachgelassen. Es ist immer noch gefragt, aber nicht in dem gleichen Umfang.
– Inwiefern unterscheiden sich die Vorlieben der Touristen je nach Alter und Familienzusammensetzung?
– Das Bild hier ist ziemlich klar. Familien mit Kindern wählen häufiger Ägypten und Phu Quoc – aufgrund des Urlaubsformats, der Hotels, der Infrastruktur und der Animation. Dies sind Richtungen, in denen man ruhig mit Kindern entspannen kann.
Die Jugend zieht es zu dynamischeren Orten – das sind Thailand, Vietnam und Dubai, wo mehr aktives Leben, Unterhaltung und Nachtleben herrschen.
– Sind in diesem Jahr neue, unerwartete Richtungen aufgetaucht, die früher kaum in Betracht gezogen wurden?
– Ja, und das ist ein sehr interessanter Trend. Wir sehen ein wachsendes Interesse an exotischeren und entfernteren Richtungen. Touristen fragen immer öfter nach den Philippinen, Mauritius, Seychellen, manchmal Sansibar sowie Singapur. Früher wurden solche Routen als Nischen betrachtet, jetzt werden sie viel häufiger angesprochen.
– Viele versuchen zu sparen. Wann ist die beste Zeit, um einen Neujahrurlaub zu planen, um nicht zu viel zu zahlen?
– Die beste Zeit für die Buchung ist Oktober und Anfang November. Im Allgemeinen kann man bereits Ende September beginnen. Je früher der Tourist eine Entscheidung trifft, desto mehr Auswahl und desto ruhiger der Preis. Gegen Neujahr werden die Optionen weniger, und die Kosten – höher.
– Und wenn wir ehrlich sind: Ist Budgeturlaub heute während der Winterferien möglich?
– Wenn wir offen sprechen, in klassischen Touristenrichtungen – nein. Während der Ferien gibt es praktisch keinen Budgeturlaub. Die einzige Option sind Saisonferien oder weniger gefragte Richtungen wie Aserbaidschan oder Istanbul. Dort kann man noch erschwinglichere Varianten finden, aber das ist eher die Ausnahme.
– Welche Richtungen sind am stärksten teurer geworden und warum?
– Der stärkste Preisanstieg findet bei Phu Quoc und Vietnam im Allgemeinen statt. Der Grund ist einfach – Hotelknappheit. Es gibt wenige freie Plätze, und die Hotels, die noch welche haben, haben die Preise erheblich erhöht.
Im Ägypten hängt der Preisanstieg nicht nur mit dem Neujahr zusammen. Insgesamt haben die Hotels für 2025-2026 die Preise erhöht, und das hat sich automatisch auf die Tourkosten ausgewirkt.
In Dubai spürt man auch eine Verteuerung, hier wirkt sich die allgemeine Inflation aus. Türkische Hotels erhöhen weiterhin jährlich die Preise, obwohl die Nachfrage nach der Türkei allmählich abnimmt. In diesem Jahr ist sie bereits niedriger als im Vorjahr, aber die Kosten sind wieder gestiegen. Wahrscheinlich wird das Interesse an der türkischen Richtung in Zukunft noch weiter abnehmen.
— Was könnte in naher Zukunft die Türkei und Ägypten ablösen?
— Bereits jetzt sehen wir, dass Vietnam eine ernsthafte Alternative wird. Im Sommer werden Flüge von Bischkek und Almaty nach Nha Trang und Da Nang erwartet. Diese Richtungen zeigen sich gut: ‚All inclusive‘-Format, entwickelte Infrastruktur, Unterhaltung. Für viele Touristen wirken sie bereits attraktiver als die traditionelle Türkei und Ägypten.
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