Die Behörden Kirgisistans haben zwei Dokumente zur öffentlichen Diskussion vorgelegt, die die zukünftige Entwicklung des Tourismus im Land bestimmen sollen. Eines sieht die Schaffung spezieller Tourismuszonen mit breiten Vorteilen für Investoren vor, das zweite führt ein 20-jähriges Moratorium zur Reduzierung der Fläche besonders geschützter Naturgebiete ein.
Bevorzugte Tourismuszonen
Der Gesetzentwurf „Über spezielle Tourismuszonen“ schlägt vor, in Kirgisistan Gebiete mit einem besonderen Rechtsregime zu schaffen, in denen Investoren große Projekte im Tourismus, Sport und Freizeit zu Vorzugsbedingungen umsetzen können.
Es wird angenommen, dass spezielle Tourismuszonen auf staatlichen, kommunalen und privaten Grundstücken geschaffen werden können. Dazu können Berggebiete, Gebiete in der Nähe von Flüssen und Seen sowie einige Ländereien besonders geschützter Naturgebiete gehören – unter Einhaltung ökologischer Anforderungen. Die Entscheidung über die Schaffung jeder Zone trifft das Ministerkabinett.
Den Bewohnern wird ein breites Paket an Präferenzen geboten. Grundstücke sollen kostenlos für bis zu fünf Jahre bereitgestellt werden, mit anschließendem Übergang zu einem Mietmodell. Darüber hinaus kann das Kabinett spezielle Steuerregime, Vergünstigungen bei Versicherungsbeiträgen und andere staatliche Unterstützungsmaßnahmen festlegen.
Unternehmen, die einen Geschäftsplan vorlegen, eine wettbewerbsorientierte Auswahl bestehen und eine Investitionsvereinbarung unterzeichnen, können den Status eines Bewohners erhalten. Eine der obligatorischen Bedingungen ist die Schaffung von Arbeitsplätzen: Mindestens die Hälfte der Mitarbeiter müssen kirgisische Staatsbürger sein.
Die Autoren des Gesetzentwurfs erwarten, drei bis fünf Tourismuszonen zu schaffen, jährlich 100–150 Millionen Dollar an Investitionen anzuziehen und 5–10 Tausend neue Arbeitsplätze zu schaffen. Nach Berechnungen der Entwickler soll der Beitrag des Tourismus zur Wirtschaft des Landes bis 2030 von derzeit 336 Millionen Som (ca. 3,8 Millionen Dollar) auf 1,5–2 Milliarden Som (ca. 17–23 Millionen Dollar) steigen. Derzeit betragen die ausländischen Direktinvestitionen im Tourismussektor nur etwa 11 Millionen Dollar pro Jahr.
Es wird betont, dass die Entwicklung nach einem einheitlichen Masterplan erfolgen soll. Dies soll nach Ansicht der Entwickler eine chaotische Bebauung beliebter Tourismusgebiete vermeiden und im Voraus Straßen, Versorgungsnetze und notwendige Infrastruktur vorsehen.
Verbot der Reduzierung von Naturschutzgebieten
Gleichzeitig hat das Ministerkabinett einen Entwurf einer Resolution zur Einführung eines 20-jährigen Moratoriums zur Reduzierung der Fläche besonders geschützter Naturgebiete zur öffentlichen Diskussion vorgelegt.
Das Dokument verbietet die Verringerung der Fläche staatlicher Naturschutzgebiete, Nationalparks und anderer Schutzgebiete sowie die Herabsetzung ihres Naturschutzstatus. Ausnahmen werden nur in Fällen der Erweiterung solcher Gebiete, der Beseitigung von Folgen von Naturkatastrophen sowie von Entscheidungen im Zusammenhang mit der staatlichen Sicherheit und Verteidigung vorgeschlagen.
Darüber hinaus wird das Ministerium für natürliche Ressourcen die Grenzen der Schutzgebiete kontinuierlich überwachen, und staatlichen Stellen und lokalen Regierungen wird es untersagt, eigenständig Entscheidungen über deren Reduzierung zu treffen.
Nach Ansicht der Entwickler entstand die Notwendigkeit eines Moratoriums durch die Zunahme von Vorschlägen zur Änderung der Grenzen besonders geschützter Gebiete für den Bau von Infrastruktur, die Erschließung von Lagerstätten und andere wirtschaftliche Projekte.
Die Behörden sind der Ansicht, dass solche Änderungen zur Degradation natürlicher Ökosysteme und zur Verringerung der Biodiversität führen könnten. Gleichzeitig wird der Erhalt natürlicher Gebiete als einer der Faktoren für die langfristige Entwicklung des Ökotourismus und die Erfüllung internationaler Umweltverpflichtungen Kirgisistans gesehen.
Beide Projekte befinden sich noch in der Phase der öffentlichen Diskussion. Nach Abschluss der Diskussion müssen die Dokumente das weitere Verfahren gemäß den gesetzlichen Vorgaben durchlaufen.
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